Der Mathematikunterricht in der Primarstufe.

Gerhard N. Müller und Erich Ch. Wittmann

Wiesbaden: Springer Vieweg 19843
Ziele, Inhalte, Prinzipien, Beispiele.
ISBN 978-3-528-28391-9 (Print)
ISBN 978-3-663-12025-4 (online)

In diesem Buch, das in erster Auflage 1977, kurz nach dem Scheitern der „Neuen Mathematik“ (Mengenlehre) erschien, wurde das Projekt „Mathe 2000“ inhaltlich vorbereitet. Das erste Kapitel, das die Hälfte des Buches einnimmt, enthält ausgearbeitete Unterrichtsbeispiele oder, wie wir heute sagen, Lernumgebungen zu allen Inhaltsbereichen, auch zur Kombinatorik und Stochastik, die erst heute in die Grundschule einbezogen wurden.
Im zweiten Kapitel findet man einen geschichtlichen Überblick über die damalige, von Irrungen und Wirrungen gekennzeichnete Lehrplanentwicklung vor dem von Heinrich Winter geprägten „Jahrhundertlehrplan“ von 1985.
Das dritte Kapitel des Buches bietet gründliche fachdidaktische Analysen aller Inhaltsbereiche. Ausführlich behandelt werden auch Anwendungen in Verbindung mit dem Modellierungskreislauf.
Im vierten Kapitel finden sich Fragmente von Lernumgebungen, von denen einige später im Zahlenbuch für die Grundschule und für die Frühförderung weiter ausgearbeitet wurden.
Da bereits in diesem Buch konsequent von der Mathematik her argumentiert wurde, sind die Analysen und die Lernumgebungen heute noch aktuell, mit einer einzigen Ausnahme: Die Behandlung des Zehnerübergangs in Abschnitt 1.2.1 ist noch traditionellen Vorstellungen verhaftet, obwohl explizit auf das Assoziativgesetz Bezug genommen wird.